Der ultimative Musikgenuss Teil I

Der ultimative Musikgenuss | Teil I

Wer will es nicht? Den ultimativen Sound und die beste Klangqualität für unterwegs. Zuhauf, sehe ich Leute, die die besten Bose oder Sennheiser Kopfhörer auf den Ohren haben und ihre Songs in MP3 Qualität mit dem Smartphone hören. Hierbei kann man leider nicht von genießen sprechen. Warum diese Konstellation für den ultimativen Musikgenuss kontraproduktiv ist, möchte ich in diesem Artikel verdeutlichen. Vielleicht wird der ein oder andere sich jetzt denken, dass es doch nicht schlimm ist MP3s zu hören und das die jeweiligen Kopf- oder Ohrhörer doch direkt dafür ausgelegt sind um z. B. mobil am Smartphone oder Tablet Musik zu hören. Schließlich steht auf der Verpackung, dass es ideal für den MP3 Player ist. Sicherlich kann man das auch praktizieren, dennoch hat die Musik die man in dieser Form wahrnimmt nichts mit dem zu tun, was der Musiker produziert hat und wofür er, in den meisten Fällen, Jahre lang gearbeitet hat. Es wird noch schlimmer, MP3 hören verursacht Stress, dass hat die TU Berlin 2013 in einer Studie bewiesen.

Was steckt  hinter dem MP3 Format?

Das Format ist vom Frauenhofer Institut entwickelt wurden und entstand zu einer Zeit, in der das Internet noch nicht so schnell war wie heute und man mit einem 56k Modem froh war, wenn eine Website wenig bis gar keine Werbung hatte. Zu dieser Zeit waren auch Festplatten noch sehr preisintensiv und von SSDs war noch keine Spur.  Neben technischen Faktoren, die ich in den nächsten Monaten noch beleuchten werden (Analog- Digitalwandlung etc.) gehe ich hier einmal genauer darauf ein, was MP3 mit der Musik macht.

Wie sicherlich bekannt ist, handelt es sich bei dem MP3 Format um ein verlustbehaftetes Audioformat, welches in verschiedene Datenraten erhältlich ist. Die größte mögliche Qualität die erreicht werden kann beträgt 320 kBit/s. In vielen Fällen arbeitet Amazon Music und andere Streaming Plattformen (wie Spotify) in dieser Qualität. Faktisch verliert eine Datei oder genauer gesagt ein Song durch die Komprimierung an Obertönen und auch Breite (siehe Abb. 1). Den Test kann man selbst einmal machen und sich ein brauchbares Abspielgerät (beispielsweise die mobilen Player von FiiO o. ä.) mit den dementsprechenden Kopfhörern anhören und man wird die Unterschiede klar benennen können. Es fehlt einfach an Energie. Die ja faktisch auch nicht vorhanden ist. Hier werden sicherlich viele sagen, dass man keinen Unterschied hört, da das Ohr sämtliche fehlende Inhalte ergänzt und somit doch alles wahrnimmt. Dies ist leider auch nicht der Fall, denn wenn Informationen, Details und Obertöne nicht vorhanden sind, sind diese auch nicht hörbar.

flac_vs_mp3

Abb. 1: Am Beispiel von AC/DC´s Back in Black– Links ist die MP3 und rechts die FLAC Datei. Klar erkennbar sind hier die Verluste der Obertöne.

Was gibt es noch für Formate?

Neben dem MP3 Format und anderen verlustbehafteten Formate gibt es das Konstante Wave Format, welches verlustfrei ist. Bekannt vor allem durch die Compact Disk mit einer Qualität von 16 Bit und einer Abtastung von 44,1 kHz. Bei Onlineshops für digitale Musik gib es Wave in 16 Bit/ 44,1kHz Format als auch in High Res Audio mit einer höheren Abtastung wie etwa beim aktuellen Björk Album Vulnicura (siehe Abb. 2). Hier gibt es das Album im Wave Format mit 96,0 kHz und 24 Bit.

bjoerkshop

Abb. 2.: Diverse Onlineshops bieten Musik im Wave Format an. Hier der Onlineshop von Björk.

 

 

Im nächsten Teil gehe ich auf High Res Audio ein und welche Formate es noch neben MP3 und Wave gibt.